Betätigungen und Antriebssysteme für Schieber

Die Auswahl der passenden Betätigung richtet sich nach der Einbausituation, der erforderlichen Bedienkraft, der Zugänglichkeit sowie dem gewünschten Automatisierungsgrad der Anlage. Von der manuellen Betätigung mit Schlüssel über Handrad- und Getriebelösungen bis hin zum Elektroantrieb stehen verschiedene Systeme zur Verfügung, die sich flexibel an die jeweiligen Anforderungen anpassen lassen.

Betätigungen im Detail

  • Die manuelle Betätigung mit Schlüssel ist die Standardlösung für den Großteil aller Schieber. Sie eignet sich insbesondere für Einbausituationen, bei denen sich der Schieber unter einer Schachtabdeckung, einer Straßenkappe oder einer Verkehrsfläche befindet und oberhalb des Bauwerks keine feste Betätigung sichtbar sein soll.
  • Die Betätigung erfolgt über eine Wandkonsole mit Vierkantschoner. Auf diesen Vierkant wird je nach Ausführung ein Bedienungsschlüssel oder ein Ratschenschlüssel aufgesteckt.
  • Im Regelfall befindet sich die Wandkonsole im oberen Bereich des Bauwerks und wird von oben mit einem Bedienungsschlüssel betätigt. Dadurch kann der Schieber komfortabel vom Gelände aus bedient werden, ohne das Bauwerk betreten zu müssen.
  • Soll die Betätigung über eine Straßenkappe erfolgen, beispielsweise auf Straßen, Parkplätzen oder Werksgeländen, wird der Vierkant über eine Sonderverlängerung bis zur Straßenkappe geführt.
  • Ist eine Anordnung der Wandkonsole im oberen Bauwerksbereich nicht möglich oder wird der Schieber nur selten betätigt, kann die Wandkonsole auch direkt oberhalb des Schiebers angeordnet werden. Die Bedienung erfolgt dann mittels Ratschenschlüssel innerhalb des Schachtes. Dadurch können Gestänge, Kernbohrungen und Straßenkappen in vielen Fällen entfallen.
  • Elektroantriebe sind die ideale Lösung für automatisierte Anlagen sowie die Anbindung an Fernwirk- und Leitsysteme. Sie können grundsätzlich für alle Schiebergrößen eingesetzt werden und ermöglichen die Bedienung direkt über die Anlagensteuerung ohne manuellen Eingriff vor Ort.
  • Unterflur: Geeignet, wenn oberhalb des Bauwerks keine Bedieneinrichtung sichtbar sein soll. Diese Ausführung wird häufig auf Straßen, Parkplätzen, Werksgeländen oder anderen Verkehrsflächen eingesetzt.
  • Überflur: Bietet sich an, wenn ein direkter Zugriff auf den Antrieb gewünscht ist. Die Montage erfolgt über einen Antriebsständer entweder auf der Decke oder vor der Wand.
  • Üblicherweise erfolgt die Ansteuerung des Elektroantriebs über die bauseitige SPS oder das Leitsystem. Auf Wunsch können die Antriebe auch mit einer Ortssteuerstelle ausgestattet werden. Dadurch lassen sich Schieber direkt vor Ort öffnen, schließen und die aktuelle Stellung kontrollieren.
  • Je nach Anforderung sind verschiedene Stellungsrückmeldungen sowie Kommunikationsschnittstellen für die Einbindung in SPS-, Fernwirk- und Leitsysteme verfügbar. Auch explosionsgeschützte Ausführungen für Ex-Bereiche sind möglich.
  • Die erforderliche Stellzeit wird projektspezifisch ausgelegt. Je nach Anwendung können Schieber besonders schnell oder bewusst langsamer verfahren werden. Die Stellzeit ergibt sich aus der Kombination von Antriebsdrehzahl, Getriebeübersetzung und Spindelsteigung. Insbesondere bei Havarie- und Notabsperrungen oder automatisierten Prozessabläufen unterstützen wir bei der Auslegung der erforderlichen Schließzeit und wählen den passenden Antrieb entsprechend aus.
  • Für den Betrieb bei Stromausfall können die Antriebe zusätzlich mit einer Handnotbetätigung ausgestattet werden. Dadurch bleibt der Schieber auch bei Ausfall der Spannungsversorgung bedienbar. Die Handnotbetätigung erfolgt standardmäßig über ein Handrad. Alternativ ist auch eine Ausführung mit Vierkant für ein bauseitiges Schieberdrehgerät möglich.
  • Bei längeren Lieferzeiten für Elektroantriebe können Schieber und mechanische Komponenten auf Wunsch vorab geliefert werden. Der Elektroantrieb wird anschließend nachgerüstet.
  • Handradantriebe eignen sich für Anwendungen mit häufigeren Bedienvorgängen oder erhöhten Bedienkräften. Im Gegensatz zur Betätigung mit Schlüssel befindet sich die Bedienebene dauerhaft oberhalb des Bauwerks und ist jederzeit direkt zugänglich.
  • Die Betätigung erfolgt über einen Antriebsständer mit Handrad. Dieser kann je nach Einbausituation auf der Bauwerksdecke oder vor der Bauwerkswand montiert werden. Häufig wird der Antriebsständer am Becken- oder Schachtrand angeordnet, sodass das Handrad komfortabel von einem Bediengang oder hinter einem Geländer aus erreicht werden kann.
  • Auf Wunsch ist zudem eine Ausführung mit Lasche für ein bauseitiges Bügelschloss möglich.
  • Handradantriebe werden insbesondere dort eingesetzt, wo Schieber regelmäßig betätigt oder kontrolliert werden und ein direkter Zugriff auf die Betätigung gewünscht ist.
  • Handradantriebe mit Getriebe werden eingesetzt, wenn höhere Bedienkräfte auftreten oder große Schieber regelmäßig von Hand betätigt werden sollen. Durch die Untersetzung des Getriebes können deutlich höhere Kräfte übertragen werden als bei einem direkten Handradantrieb.
  • Die Betätigung erfolgt über einen Antriebsständer oder eine Wandkonsole mit Kegelradgetriebe und Handrad. Je nach Einbausituation kann die Montage auf der Bauwerksdecke oder vor der Bauwerkswand erfolgen.
  • Durch die Getriebeuntersetzung und die größeren Handräder lassen sich auch große Schieber mit hohen Druckbelastungen wirtschaftlich und komfortabel von Hand bedienen. Dadurch können nahezu alle Schiebergrößen ohne Elektroantrieb betätigt werden.
  • Auf Wunsch ist zudem eine Ausführung mit Lasche für ein bauseitiges Bügelschloss möglich.
  • Handradantriebe mit Getriebe werden insbesondere bei größeren Schiebern, hohen Druckbelastungen und häufigen Bedienvorgängen eingesetzt.
  • Unterflurgetriebe werden eingesetzt, wenn auch große Schieber mit hohen Bedienkräften vollständig unterflur ausgeführt werden sollen. Die Betätigung bleibt dabei unsichtbar im Bauwerk und eignet sich insbesondere für Straßen, Verkehrsflächen, Parkplätze und andere Bereiche, in denen keine überflur angeordneten Antriebe gewünscht sind.
  • Die Bedienung erfolgt über einen Vierkant ähnlich einer manuellen Schlüsselbetätigung. Durch das integrierte Stirnradgetriebe können jedoch deutlich höhere Drehmomente übertragen werden als bei einer direkten Betätigung.
  • Je nach Größe und Bedienkraft kann die Betätigung manuell über einen Bedienungsschlüssel oder mit einem akkubetriebenen Schieberdrehgerät erfolgen. Dadurch lassen sich auch große Schieber wirtschaftlich bedienen, ohne auf einen Elektroantrieb oder einen überflur angeordneten Antriebsständer zurückgreifen zu müssen.
  • Unterflurgetriebe ermöglichen die Betätigung nahezu beliebiger Schiebergrößen bei gleichzeitig vollständig unterflur angeordneter Bedienung.
  • Handzugschieber stellen die einfachste Form der Schieberbetätigung dar. Die Schieberplatte wird direkt über einen Handgriff an der Platte oder über ein verlängertes Gestänge bewegt.
  • Diese Ausführung eignet sich vor allem für kleinere Schieber mit geringen Bedienkräften und direktem Zugang zur Armatur. Auf Spindeln, Getriebe und zusätzliche Antriebskomponenten kann verzichtet werden.
  • Die Schieberplatte wird über Gleitleisten geführt und bleibt dadurch auch in Zwischenstellungen sicher positioniert. Auf Wunsch kann zusätzlich eine Feststellkonsole vorgesehen werden, um bestimmte Öffnungsstellungen dauerhaft zu fixieren.
  • Handzugschieber werden hauptsächlich bei einfachen Anwendungen mit gelegentlichen Bedienvorgängen eingesetzt.

Stellungsanzeigen

Für viele Anwendungen ist es sinnvoll, die aktuelle Schieberstellung direkt vor Ort ablesen zu können. Hierfür stehen analoge und digitale Stellungsanzeigen zur Verfügung.

Die Stellungsanzeige wird direkt unterhalb des Bedienvierkants oder des Handrads angeordnet und zeigt die aktuelle Öffnungsstellung des Schiebers an. Dadurch kann die Stellung jederzeit kontrolliert werden, ohne den Schieber vollständig öffnen oder schließen zu müssen.

Insbesondere bei Drosselschiebern erleichtert die Stellungsanzeige das reproduzierbare Einstellen definierter Öffnungsstellungen sowie die Kontrolle und Dokumentation der aktuellen Schieberstellung.

Anpassung an besondere Einbausituationen

Nicht jede Einbausituation erlaubt eine geradlinige Kraftübertragung oder die direkte Montage des Antriebs am Bauwerk. Für solche Fälle stehen verschiedene konstruktive Lösungen zur Verfügung.

Wellengelenke

Kann das Gestänge aufgrund von Platzverhältnissen oder versetzten Schachtöffnungen nicht geradlinig geführt werden, kann die Kraftübertragung über Wellengelenke umgelenkt werden. Dadurch lassen sich auch schwierige Einbausituationen ohne aufwendige Bauwerksanpassungen realisieren.

Traverseneinheiten

Ist das Bauwerk zu klein oder zu niedrig, um den Antrieb direkt an der Wand oder auf der Decke zu befestigen, kann eine selbsttragende Traverseneinheit eingesetzt werden . Schieber, Antrieb und Tragkonstruktion werden dabei vormontiert zu einer Einheit zusammengefasst. Die Lasten werden über die Traverse aufgenommen, sodass keine Befestigung des Antriebs am Bauwerk erforderlich ist.

Anpassung an die Bauwerkstiefe

Die Länge von Spindelverlängerungen und Gestängen wird projektspezifisch an die jeweilige Einbausituation angepasst. Dadurch können Schieber auch bei großen Schachttiefen und Bauwerkshöhen zuverlässig betätigt werden.

Die einzelnen Komponenten werden über Kuppelmuffen kraftschlüssig miteinander verbunden. Erforderliche Spindelführungen werden entsprechend der Einbausituation ausgelegt und in den projektspezifischen Einbauzeichnungen dargestellt.

Schachttiefe und Bauwerkshöhe sind dabei nahezu frei wählbar. Gestängelängen, Spindelverlängerungen und Spindelführungen werden individuell auf das jeweilige Bauwerk abgestimmt.

Die erforderlichen Gestängeverlängerungen werden entsprechend der Bauwerkstiefe ausgelegt und sind Bestandteil des Lieferumfangs.

Kann die endgültige Bauwerkstiefe vor der Montage nicht exakt bestimmt werden, können Gestänge bewusst mit Überlänge geliefert und auf der Baustelle an die tatsächlichen Gegebenheiten angepasst werden. Dadurch bleibt auch bei Abweichungen im Bauwerk eine einfache und sichere Montage möglich

Warum TESACO?

Betätigungslösungen für anspruchsvolle Einbausituationen

Von der einfachen Schlüsselbetätigung bis zum Elektroantrieb stehen verschiedene Betätigungsarten zur Verfügung. Gestängelängen, Spindelführungen und Antriebslösungen werden projektspezifisch an das Bauwerk angepasst.

Kurze Lieferzeiten bei vielen Standardkomponenten

Bedienungsschlüssel, Handräder, Stellungsanzeigen sowie zahlreiche weitere Komponenten halten wir auf Lager. Dadurch sind viele Standardausführungen kurzfristig verfügbar.

Schnell verfügbare Standard-Elektroantriebe

Für häufig nachgefragte Standardanwendungen halten wir ausgewählte Elektroantriebe auf Lager. Dadurch sind in vielen Fällen Lieferzeiten von wenigen Wochen möglich, während marktübliche Lieferzeiten für Elektroantriebe häufig deutlich länger ausfallen.

Flexible Projektabwicklung bei langen Antriebslieferzeiten

Bei langen Lieferzeiten für Getriebe oder Elektroantriebe können Schieber und mechanische Komponenten auf Wunsch vorab geliefert werden. Der Antrieb wird anschließend nachgerüstet. Dadurch können Montagearbeiten häufig bereits vor Eintreffen des Antriebs erfolgen.

Elektroantriebe jederzeit nachrüstbar

Durch das modulare TESACO-System kann ein Schieber zunächst mit manueller Betätigung ausgeführt und später problemlos mit einem Elektroantrieb nachgerüstet werden. In den meisten Fällen müssen lediglich Antriebsständer oder Wandkonsole ausgetauscht werden.

Sie haben Fragen oder möchten ein Angebot?

Die Auswahl der passenden Betätigung hängt von vielen Faktoren ab – unter anderem von der Bauwerkstiefe, den Platzverhältnissen, der Zugänglichkeit, den erforderlichen Bedienkräften sowie dem gewünschten Automatisierungsgrad.

Gerne unterstützen wir Sie bei der Auswahl der geeigneten Lösung. Häufig reichen bereits eine Bauwerkszeichnung, eine Skizze oder einige Fotos aus, um die passende Betätigung festzulegen und ein Angebot zu erstellen.

Auf Wunsch erstellen wir projektspezifische Einbauzeichnungen und technische Lösungsvorschläge.

Ihre Ansprechpartner: David Jung & Hasan Catalano